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Ausgabe 13/2010 - Der Schutz der Familie ist ein Muss

Die Risiko-LV bietet viel Schutz für wenig Geld. Wie Vermittler ihre Kunden ausreichend absichern und wer die besten Policen bietet

Jeder, der für den Partner oder die Familie vorsorgen muss, braucht sie: die Risikolebensversicherung. Doch viele verdrängen den Gedanken an einen plötzlichen und frühen Tod. Dabei ist das Risiko, bereits zu sterben, wenn die Kinder noch nicht auf eigenen Füßen stehen, größer als viele vermuten. Immerhin stirbt fast jeder fünfte Deutsche vor dem 65. Lebensjahr (siehe Grafik).

Lücke ermitteln. Eine der wichtigsten Aufgaben für Sie als Makler ist es, den Absicherungsbedarf Ihrer Kunden zu ermitteln, denn eine Risikolebensversicherung nützt wenig, wenn die Versicherungssumme zu niedrig gewählt ist. Mit fünfstelligen Beträgen kommen Hinterbliebene in der Regel nicht weit. Dennoch liegt die durchschnittliche Versicherungssumme bei nur 78 0 00 Euro. So rechnen Sie richtig: Monatliche Ausgaben abzüglich der Einnahmen im Versorgungsfall wie Witwenrente, Halbwaisenrente und Kindergeld sowie eventueller Erwerbseinkünfte ergibt die monatliche Versorgungslücke.
Wählen Sie die Versicherungssumme so, dass selbst bei konservativer Anlagestrategie die monatlichen Ausgaben für eine ausreichend lange Zeit gedeckt sind. In unserer Beispielrechnung (S. 5) haben wir deshalb angesichts des niedrigen Zinsumfeldes einen Wiederanlagezins von nur 3,5 Prozent unterstellt.

Gegenseitig absichern. Als Faustregel gilt: Wer noch kleine Kinder hat, sollte das Vier- bis Fünffache des Jahreseinkommens ansetzen. Wichtig ist, beide Elternteile gegenseitig abzusichern. Häufig bezieht sich die Versicherung nur auf den Hauptverdiener. Stirbt aber die Frau, so haben auch Männer in guten Jobs häufig Probleme, jahrelang eine Kinder- und Haushaltsbetreuung zu stemmen.

Wenig vom Staat. Auf die Witwen- oder Witwerrente sollte sich niemand verlassen. Ob es Geld aus der gesetzlichen Rentenversicherung gibt, hängt von zahlreichen Faktoren ab. Die kleine Witwenrente gibt es, wenn der überlebende Ehepartner noch nicht 45 Jahre alt ist, nicht erwerbsgemindert ist und kein Kind zu erziehen hat. Die Rente beträgt lediglich 25 Prozent der Bezüge, auf die der Ehepartner zum Zeitpunkt des Todes Anspruch gehabt hätte – eine Warte- oder Versicherungszeit von mindestens fünf Jahren vorausgesetzt.
Beachten Sie: Für Todesfälle ab 1. Januar 2012 wird die Altersgrenze von 45 Jahren schrittweise auf 47 Jahre angehoben. Die große Witwenrente (55 Prozent) gibt es, wenn der Ehepartner das 45. Lebensjahr vollendet hat oder Kinder zu erziehen sind, die noch nicht das 18. Lebensjahr abgeschlossen haben.

Nur ein Taschengeld. Auch mit der Halbwaisenrente für hinterbliebene Kinder ist kein Staat zu machen. Sie beträgt zehn Prozent der Versichertenrente, auf die der Verstorbene Anspruch gehabt hätte. Wenn ein Elternteil in jungen Jahren verstirbt, ist daher von sehr niedrigen Beträgen auszugehen. Die Halbwaisenrente für die Kinder reicht deshalb meist nur als Taschengeld. Ein weiteres wichtiges Argument für die Risikolebensversicherung: Bei vielen modernen Formen des häuslichen Miteinanders wie etwa der Patchworkfamilie, eheähnlichen Gemeinschaften oder unverheirateten Paaren ist die Risikolebensversicherung der einzige Weg der preiswerten Absicherung. Denn einen Anspruch auf Witwenrente gibt es hier nicht und das Erbrecht bei Patchworkfamilien ist unübersichtlich.

Kleine Monatsbeiträge. Die Risikopolice verkauft sich gut über den Preis. Pro 100 000 Euro Absicherung müssen für einen langfristigen Vertrag (30 Jahre) nicht mehr als 10 bis 17 Euro im Monat aufgewendet werden. Nutzen Sie die geringen Monatsbeiträge als Argument für das Beratungsgespräch, auch wenn die jährliche Zahlung vorteilhafter ist.
Die Versicherungsprämien sind ein kleiner finanzieller Aufwand, gemessen an den Risiken, die damit abgesichert sind. Machen Sie Ihren Kunden deutlich, welche monetären Probleme zur menschlichen Tragödie bei einem Todesfall in der Familie hinzukommen können: Noch nicht abbezahlte Kredite, die täglichen Ausgaben und finanzielle Einbußen, wenn ein Partner für die Kinderbetreuung wegfällt. Für verschuldete Immobilienbesitzer ist die Police ohnehin absolute Pflicht.

Aufschläge für Waghalsige. Für die Prämienhöhe spielen neben Alter und Geschlecht auch der Beruf und Hobbys eine Rolle. Frauen zahlen weniger als Männer. Versicherte mit Risikoberufen wie Bergführer, Taucher, Pilot oder Pyrotechniker müssen bei fast allen Gesellschaften mehr bezahlen als beispielsweise ein Büroangestellter. Die Zuschläge liegen meist zwischen 0,7 und 10 Promille der Versicherungssumme. Auch gefährliche Hobbys verteuern die Absicherung. So müssen zum Beispiel Motorradfahrer, Drachenflieger, Hochseesegler und Bergsteiger mit Aufschlägen rechnen.

Nachversicherung einplanen. Achten Sie auf eine Nachversicherungsgarantie ohne erneute Gesundheitsprüfung, um den Versicherungsschutz bei veränderten Lebenssituationen aufstocken zu können. Das ist etwa bei der Geburt eines Kindes oder der Anschaffung einer Immobilie wichtig. Hat ein Paar Kleinkinder, empfiehlt sich eine Vertragslaufzeit von mindestens 20 Jahren.

Früher Abschluss spart Geld. Die Risiko-Police sollte schon in jungen Jahren abgeschlossen werden. Denn je niedriger das Eintrittsalter, desto günstiger der Beitrag. Nichtraucher zahlen weniger als Raucher. Der Unterschied kann bis zu 40 Prozent ausmachen. Achten Sie bei der Raucherfrage auf exakte Angaben Ihrer Kunden. Als Nichtraucher gilt in der Regel, wer in den letzten zwölf Monaten vor Vertragsabschluss überhaupt nicht geraucht hat. Machen Sie Ihren Kunden klar: Ein Raucher, der sich im Versicherungsantrag als Nichtraucher deklariert, riskiert seinen Versicherungsschutz. Übergewicht, Diabetes, erhöhte Blutfettwerte oder Bluthochdruck sind Risikofaktoren und führen zu Beitragszuschlägen oder gar zur Ablehnung des Antrages.

Gute Policen. Für die Auswahl der Anbieter hat die Ratingagentur Franke & Bornberg Preis und Finanzstärke bewertet. Damit fließt das Rating mit in die Bewertung ein. Denn schließlich sollen die Beiträge stabil bleiben und der Kunde soll die Sicherheit haben, dass die Versicherung im Leistungsfall solvent ist. Im Rating haben die Finanzstärke 20 Prozent, Brutto- und Nettobeitrag jeweils 40 Prozent Gewicht. Gute Noten vom Analysehaus Franke & Bornberg sprechen auch dafür, dass eine Anpassung des Nettobeitrages in Richtung Bruttobeitrag wenig wahrscheinlich ist. Bei den Serviceversicherern schneidet die Allianz-Tochter Deutsche Leben bei zehn wie auch bei 30 Jahren Laufzeit am besten ab. Ein Vergleich mit Direktversicherern zeigt: Sieger Asstel hat bei 30 Jahren Laufzeit nicht die bessere Gesamtnote und auch nicht den niedrigeren Beitrag. Die Allianz kann sich in beiden Distanzen auf dem dritten Platz
behaupten.

Steuern vermeiden. Die Auszahlung aus einer Risikopolice ist zwar einkommensteuerfrei, aber es kann Erbschaftssteuer anfallen. Mit einem Kniff ist eine komplett steuerfreie Auszahlung möglich. Der Dreh: eine „Über- Kreuz“-Absicherung. Der Bezugsberechtigte ist gleichzeitig auch der Versicherungsnehmer und zahlt die Beiträge für die Risikolebensversicherung seines Partners. In diesem Fall zahlt er für seine eigene Absicherung im Todesfall seines Partners womit die Erbschaftssteuer entfällt.






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Quelle: Focus Money-Versicherungsprofi Ausgabe 13/2010


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