Honorarberater diskutierten in Frankfurt
30.09.2010
Auf der Konferenz zum Thema Honorarberatung am 27. September 2010 im Sheraton Kongress Hotel in Frankfurt diskutierten Berater und zahlreiche Lösungs- und Informationsanbieter über aktuelle Aufgabenstellungen für Honorarberater. Die Konferenz- und Podiumsteilnehmer unterschieden sich durch ihre Geschäftsmodelle und Zielgruppen, wodurch das Meinungsspektrum bei den Diskussionen gefördert wurde. Das ist Teil des Konzeptes der Honorarberater-Konferenzen, die nach kurzen Impulsreferaten den Zuhörern genügend Zeit für Fragen und Diskussionen lassen. Der Tenor der Veranstaltung war eindeutig: Die Honorarberatung befindet sich weiterhin im Aufwind und der Bedarf nach besseren Beratungsleistungen steigt. Zum Erfolg müssen Berater sich und ihre Geschäftsmodelle jedoch ständig weiter entwickeln und an neue Herausforderungen anpassen.
Für die Ruhestands- und Vermögensplanung ergab die Diskussion auf dem Podium, dass die laufende Betreuung der Mandanten einer einmaligen Vermittlung aus Kundensicht eindeutig vorzuziehen ist: Bei der langen Dauer der Ansparphase sind die Flexibilität der Anlagen, das Durchhalten und das Verstehen einer Strategie wichtige Erfolgsfaktoren für den langfristigen Anlageerfolg. Der Einsatz von Modellrechnungen und die Unterstützung durch eine geeignete Software ermöglichen das Veranschaulichen verschiedener Lösungsalternativen und Szenarien. Der Mandant soll so in die Lage versetzt werden, eigenständig eine faktenbasierte Entscheidung zu treffen.
Beim Thema „Taktische und strategische Asset-Allocation" wurde die gesamte Bandbreite der Möglichkeiten der Herangehensweise aus Beratersicht diskutiert: Von der eigenständigen Beratung mit oder ohne Hilfe unabhängiger Informationsanbieter bis hin zum Nutzen von gemanagten Lösungen.
Das spannendste Thema des Tages betraf die Frage, ob ein Berater in der Praxis auf ein Haftungsdach verzichten kann und sollte. Philip Mertens, Rechtsanwalt aus Düsseldorf und Beirat des VDH, erläuterte kurz die Rechtssituation, die aus seiner Sicht ein Haftungsdach für Berater fast zwingend erforderlich macht. Denn schon die Empfehlung des Verkaufs eines Finanzinstrumentes, das eine Erlaubnis erfordert, ist ein Straftatbestand. Zurzeit sind nur noch Investmentfonds und Beteiligungen von der Erlaubnispflicht ausgenommen. Das Nutzen eines Haftungsdachs mit freier Produktwahl, wie es das VDH-Haftungsdach ermöglicht, ermöglicht es Beratern, eine geeignete Empfehlung auszusprechen.
Das vierte Thema des Tages beschäftigte sich mit dem Einsatz von Finanzsoftware im Beratungsalltag. Die Berater diskutierten die Möglichkeiten der angebotenen Softwareunterstützung und gaben Anregungen zur Weiterentwicklung.
Dieter Rauch, Geschäftsführer des Verbund Deutscher Honorarberater (VDH), zeigte sich nach der Veranstaltung zufrieden mit den Diskussionen und der Konferenz insgesamt: »Das Format der Konferenzen für Honorarberater hat sich gut bewährt. Unsere Erfahrungen zeigen, dass die Kurzreferate mit anschließender Fragerunde Diskussionen deutlich erleichtern und daher für die Teilnehmer echte Erkenntnisgewinne möglich sind«. Ein weiteres Informationsangebot biete Messe & Kongress Honorarberatung, welche am 03.11.2010 in der Messe Frankfurt stattfindet.
Zur letzten Studie eines Strukturvertriebs über die Akzeptanz von Honorarberatung, die angeblich Versorgungslücken durch Honorarberatung nahe legt, bemerkte Dieter Rauch in Frankfurt: »Im Finanzmarkt Deutschland ist es inzwischen üblich, durch Interpretation von wissenschaftlich zweifelhaften und selbst bezahlten Studien regelmäßig Angst zu erzeugen. In Wirklichkeit zeigt sich die Angst der Auftraggeber vor dem für Kunden vorteilhaften Modell der Honorarberatung. Solche Interpretationen unterschätzen die Privatanleger, die bemerken nämlich, dass solche Unternehmen offenkundig zu hohe Provisionen vereinnahmen«.
Quelle: VDH GmbH
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